Peru 2002

der etwas andere Reisebericht
vom März und April 2002

Zur Zeit ist mein Freund Helge mit seiner Frau zu Besuch bei den alten Inkas in Peru. Seine Erfahrungen teilt er mir per E-Mail mit, ich stelle sie sofort auf diese Seite. Die neuesten Nachrichten stehen also unten, Bilder stellen wir vielleicht später dazu, viel Spaß beim Lesen! Datum und Uhrzeit stammen jeweils aus dem E-Mail-Header.

Die neuen Berichte wurden unten angefügt!


Peru Peru 22.3.2002 um 0:10 Uhr

Betrifft: Peru bei Licht und Schatten

Hallo Daheimgebliebene

nach drei anstrengenden Tagen in Lima sind wir jetzt ueber 2600 m hoch in Ayacucho. Die Sonne verbrennt uns, aber die Laune ist gut. Frischer Papayasaft und in Zitrone eingelegter roher Weissfisch waren die momentanen Highlights. Mal sehen wo wir Ostern verbringen. Der einzige Deutsche, den wir bisher trafen sagt, dass sich die Hotelpreise verzehnfachen werden - aber wir haben ja ein Zelt mit!

Mittlerweile sind wir schon zwei Tage weiter in Ayacuchu. Die Ruinen hier sind praechtig und lassen der Phantasie freien Lauf. Die schoensten Plaetze sind aber so weit entfernt, dass es gehoeriger Anstrengungen bedarf sie zu erreichen.

Der Sonnenbrand laesst langsam nach dafuer konnten wir die Regencapes gebrauchen.

Heute am Donnerstag haben wir den ersten Ruhetag genossen und uns in einem pickfeinen Hotel mit Swimmingpool verwoehnen lassen. Derweilen war hier ein Streik und grosse Demonstrationen. Irgendwie haben unsere Urlaube immer was dramatisches.

Tschau Helge & Marina


Deutschland Berlin 23.3.2002 um 13:57 Uhr

Betrifft: Reisetipps

So, ihr beiden Weltenbummler,

hier ein paar praktische Lebenshilfen zur rechten Zeit!

Ihr wisst ja, dass es in Lima ein Attentat mit neun Toten gab (Wenn nicht, so braucht ihr nicht extra umzukehren, die haben bestimmt schon alles weg geräumt). Nun gut, da seit ihr zwar weg, aber sicher ist sicher.

Also:

1. Banken und ausländische Firmen meiden

2. nicht in der Nähe von Autos aufhalten

3. grundsätzlich zwielichtigen Personen aus dem Weg gehen

4. Ansammlungen (z.B. Markplätze, Haltestellen ...) und insbesondere Demonstrationen meiden

5. Giftpfeilen aus dem Weg gehen

6. nicht an bunten Fröschen lecken, oder sie küssen

Drum, geht zu Fuß (Muli oder Ochsenkarren ist auch nicht schlecht) und geniest die Landschaft (ist in der Regel ja noch umsonst). Hoffe trotzdem, ihr habt viel Spaß und pass mir ja auf Marina auf!

P.S. Bringst du mir ein Stück vom "Leuchtenden Pfad" als Reiseandenken mit?


Peru Peru 23.3.2002 um 23:19 Uhr

Betrifft: Re: Reisetips

Hy Rolf und Anhang

Danke fuer die tollen Tips. Solche Sachen darf man leider nicht ignorieren.

Haben uns also in die Steinzeithoehlen zurueckgezogen und ernaehren uns von Muesliriegeln und Meerschweinchen. Die sind so zutraulich und glauben noch an das Gute.

Das Wetter ist gleichbleibend Hautkrebsfreundlich. Die roten Nasen gibt es dann irgendwann auf Foto. Wir haben tolle aufregende Touren fernab der ueblichen Touris gemacht und sind kurz vor der naechsten Uebernachtfahrt an einen einsamen See mit alter Inkafestung und frischem Fisch. Ostern halten wir uns lieber von den grossen Staedten fern und hoffen den dann hohen Preisen zu entgehen.

Bis gleich in drei Wochen die fast urzeitlichen Peruaner.


Deutschland Berlin 24.3.2002 um 17:24 Uhr

Betrifft: Deine Tour jetzt im Internet

Hallo Marina & Helge,
ich schrecke bekanntlich vor nichts zurück und so habe ich eure E-Mails einfach auf meine Homepage ins Internet gestellt (Kästner macht das Unmögliche möglich)!

Macht ihr nur weiter so! Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt!

Ursprünglich hatte ich vor, zu Ostern einen Lammbraten auf den Tisch zu bringen, werde aber meine Familie wohl doch mit Meerschweinchen verwöhnen. Was meint ihr, wie viele brauche ich denn etwa für fünf Personen?

Aber, was reiche ich am Besten dazu? Etwa nur Müsliriegel???

Verrat' mir doch mal, wie du im Dschungel die Internet-Cafés aufspürst!?


Peru Peru 24.3.2002 um 23:15 Uhr

Betrifft: Re: Deine Tour jetzt im Internet

Hallo Rolf und hungriger Anhang

Pro Person ist ein Cuy einzuplanen. Dazu gibt es die ewigen Fritten und mit viel Zitrone und Paprika gewuerzte Salate.

Internet is allways on Air. Du musst nur die Wellen in Dich aufnehmen und weitertragen.

Die Tortour im Bus 12 Stundenlang haben wir ganz gut ueberstanden. Und so sind wir in Ayahuaila gelandet. Ein Nest in dem es ausser einem Markt nichts zu sehen gibt. Die Helgische Sparsamkeit kein Taxi nehmen zu wollen haben wir mit einem einstuendigen Fussmarsch bezahlt. Am Ende haben wir den ganzen Markt gesehen und doch ein Taxi genommen. Wir residieren mit einem Irlaender und einer Australierin, beide aus NY allein in einem uralten Haziendaaehnlichem Hotel direkt am See.

Die Betten sind hoechstens ein viertel Jahr in Benutzung und so koennen wir erstmals die Schlafsaecke benutzen.

Der Betreiber hat, nachdem die Kueche zur Reinigung geflutet werden musste ein wirklich gutes Fischmahl gezaubert.

Die Internetbuden sind hier an jeder Ecke. Die Stunde kostet 70 Cent. Das ist ganz ok und benutzbar

Tschau die fast Peruaner M&H


Deutschland Berlin 25.3.2002 um 14:02 Uhr

Betrifft: endlich Osterferien

So, ihr beiden Urlauber,
wir haben heute mit euch gleichgezogen. Jetzt sind bei uns endlich die wohlverdienten Osterferien angebrochen. Das Wetter ist momentan leider "unter aller Sau". 2,5°C und Schneegriesel! Geniest euren Sonnenbrand! Hautkrebs hat sowieso eine äusserst lange Inkubationszeit. Ich habe gestern im Internet gesehen, dass in Lima 28°C sind ... seufzzzz ...

Achim fährt mit seinem WoMo morgen nach Venedig. Ich habe Regina versprochen, in den Ferien den Flur zu renovieren und nächste Woche kommen die Handwerker und machen die Terrasse.

Für heute früh haben wir uns mit Torsten zum Frühstück verabredet. Torsten schläft gern und lang und bringt außerdem die Frühstücksbrötchen mit. Eine unheilvolle Konstellation! Auf jeden Fall ist es schon Schlag 11 Uhr und immer noch keine Schrippe in Sicht! Zu allen Überfluss kann ich ihn telefonisch nicht erreichen, da er die letzte Nacht bei einem Kumpel verbacht hat.

Ich sitze also hier und schreibe und mir knurrt der Magen.

Reicht eigentlich der Speicher für die Casio?

So, um 12:10 Uhr ist jetzt endlich Torsten gekommen und wir können frühstücken.


Deutschland Berlin 25.3.2002 um 14:02 Uhr

Betrifft: Arian und Torsten

Hallo Helge,

ich hoffe euch geht es gut und ihr habt viel Spass im Urwald.

Habt ihr schon eine Bekanntschaft mit einer Schlange oder einem anderen Lebewesen gemacht?

Ich hoffe ja.

Welche Pflanzen gibt es da, die es ihr nicht gibt?

Gibt es da auch Fleischfressende Pflanzen? Wenn ja bring mir bitte eine mit.

Wie ist das Wetter bei euch ?

Bei uns ist es regnerisch und es hat schon wieder geschneit.

Grüsse von Arian und Torsten


Peru Peru 26.3.2002 um 23:33 Uhr

Betrifft: Re: Arian und Torsten

Hallo Arian und Torsten

Wir sind hier in den Anden immer ca. 3000m hoch. Da ist kein Urwald. Wenn wir dahin moechten muessten wir einen anderen Weg waehlen. Die gefaehrlichsten Tiere waren bisher Hunde, Rindviecher und Hausschweine. Auch zwei Lamas und Papageien haben wir gesehen. Pflanzen gibt es hier wie bei uns im Gewaechshaus nur viel Groesser. Die Ausfuhr ist streng verboten und wuerde auch ein eigenes Flugzeug erfordern. Ihr muesst euch also mit den Bildern begnuegen.

Bis bald
Marina und Helge


Peru Peru 26.3.2002 um 23:46 Uhr

Betrifft: Re: endlich Osterferien

Hallo Rolf

Wir sind aus dem internetfreien Talkessel Pacucha mit einem See auf 3000 m Hoehe wieder aufgetaucht. Es war einmalig schoen. Ein Haziendahotel mit meterdicken Mauern - wozu eigentlich gab es damals schon Bassboxen? - und ein fabelhafter Koch, der uns mit Cocatee und frischem Fisch verwoehnte. Wir haben zwei extrem lange und anstrengende Wanderungen gemacht. Die eine auf die Chanka-Festung Sondor ueber 300 m hoehen und noch sehr gut erhalten. Man kann sich richtig vorstellen, wie es den Angreifern unmoeglich war acht Verteidigungsringe bergauf zu durchbrechen, immer die wilden Chankas vor Augen und so atemlos wie wir. Heute sind wir um den ganzen See gelaufen drei Stunden lang. Marina ist wesentlich besser drauf als ich was wohl auch mit meinem vier Tage anhaltenden Durchfall zu tun hat. Dabei haben wir mindestens einhundert mal Buenos Dias gesagt und uns freundliche Scherze der Einheimischen eingehandelt. Alle freuen sich ob meiner Groesse und wohl auch, dass wieder Touris kommen.

Heute Nacht geht es weiter nach Cusco. Mir grault vor der 15 stuendigen Busfahrt. Aber der Weg ist auch ein Ziel - sagt man.

Tschau Marina und Helge


Deutschland Berlin 27.3.2002 um 23:03 Uhr

Betrifft: Wetter wird endlich besser

So, ihr beiden,

mittlerweile seid ihr wahrscheinlich (hoffentlich) schon in der alten Inkahauptstadt Cusco angelangt. Die Stadt liegt ja schon 3416 Meter über dem Meeresspiegel. 1533 war übrigens Pizarro auch schon mal da. Hat sich aber wohl ordentlich daneben benommen und viel kaputt gemacht. Ihr wisst euch sicherlich besser zu benehmen!

Bei uns wird das Wetter endlich besser! Heute schien endlich mal die Sonne und für Ostern haben sie recht ordentliche Temperaturen vorausgesagt. Hoffentlich behalten die Meteorologoen auch recht, da die Kids am Ostermontag auf dem Buschkrug ein großes Fußballturnier haben.

Arian fragt: Hast du schon nach den fleischfressenden Pflanzen gesehen? Was gibt es denn noch für andere Tiere außer Hunden, Kühen und Schweinen, die gibt es bei uns ja auch.


Berlin 28.3.2002 um 20:31 Uhr

Betrifft: Es gibt kein Bier auf Hawaii ... Oh scheiß, Du bist ja in Peru!

Na Du!

Wurdest Du noch nicht von Riesenmücken aufgefressen? Hast Du so welche wenigstens schon gesehen, denn wenn man dem Film Jumanji glauben kann sind die im Dschungel so groß wie kleine Vögel. Die Vögel übrigens sind, sofern ich mir das vorstellen, kann mit das schönste in Südamerika. Aber tolle Frauen haben die da auch, oder!? So eine dicke peruanische Mama meine ich. Du weißt schon, die mit dem tollen zahnlosen Lächeln.

Mich persönlich würde die viele Sonne da unten wahrscheinlich umbringen! Hier ist mittlerweile auch die Sonne rausgekommen. Du siehst, wir stehen dir in keiner Weise, was das Wetter angeht, nach. Bloß haben wir hier keine alten Tempelanlagen und das Britzer Wäldchen kann auch nicht ganz mit dem peruanischen Urwald mithalten ist aber trotzdem nett.

Aber hier gibt es wenigstens auch keine Papageien die einem alle Kekse wegfressen.

Aber lasse es dir trotzdem gut gehen.

Bis dann
Sascha


Peru Peru 28.3.2002 um 00:54 Uhr

Betrifft: Re: Wetter wird endlich besser

Buenos noches Gringos

Jetzt sind wir endlich in Cusco. Nach drei wunderschoenen Tagen am See und einer spannenden Busfahrt haben wir den Mittelpunkt der Welt erreicht. Die Stadt und Umgebung sind noch schoener als es die Buecher beschreiben. Wir haben ein sehr schoenes Zimmer gleich ueber den Daecher der Stadt und koennen das ganze Panorama von dort geniessen. Natuerlich sind hier unendlich viele Touristen. Dafuer sind die Sehenswuerdigkeiten so viel, dass sich alle sattsehen koennen. Die Preise fuer die Touren haben sich mehr als verdoppelt, aber das ist sicher auch normal, wenn man eine Einzigartigkeit vermarkten kann.

Nun mal zum Busfahren.
Busse sind immer voll.
Es koennen immer noch mehr Leute mitfahren.
Es riecht immer nach Mensch.
Ich habe immer Bauchschmerzen.
Die Landschaft ist immer grandios.
Es gibt immer noch ein Schlagloch das groesser ist als das Letzte.

Auf der Letzten Tour wurde mal kurz der gerissene Keilriemen gewechselt. Die Fahrgaeste wurden nicht ein bisschen nervoes, obwohl der Bus aelter war als Jeder von Ihnen. Am meisten fahren Toyotas Hiaje mit 4x4 durch die Gegend.

Die sind so gross wie ein VW Bus und fassen 25 Personen, Huehner, Lasten und einen Werkzeugkasten. Groessere Busse haben auch ein Schweissgeraet dabei, da wird die gebrochene Hinterachse gleich vor Ort repariert. Die Reifen haben grundsaetzlich wenig Profil und lassen auch schon mal alle Lagen der Herstellung erkennen. Und trotzdem hat uns ein solcher Schrotthaufen durch ein metertiefes Flussbett fahren lassen, in welchem ein Nissan Jeep abgesoffen war. Ein Erlebnis ist es auf jeden Fall mit diesen Dingern ueber 4000 m hohe Passe zu duesen. Unsere letzte Tour hatte jeweils zwei Mal Hoehenunterschiede von 2000m hoch wie runter.

Bis bald
Marina und Helge

PS Rolf hat alle Berichte unter www.familie-kaestner.de ins Internet gestellt.


Peru Peru 29.3.2002 um 04:39 Uhr

Betrifft: Als Touristen unterwegs

Also noch mal an alle:

Wir sind nicht im Urwald sondern so ca. 3000 Meter hoeher in den Anden. Das ist ein Gebirge - dem Himmel ein Stueck naeher. Deshalb auch keine Muecken, Riesenschlangen und andere Boesartigkeiten.

Heute haben wir mal den Touristen raushaengen lasen und sind mit einem richtigen Reisebus fuer 40 Personen a 6$ durch das wunderschoene Inkatal gefahren. Dabei haben wir all die muessenswerten Sehenswuerdigkeiten im Laufschritt abgearbeitet. War echt stressig aber notwendig. Jede dieser kleinen Staedte rund um Cusco ist eine Woche wert. Leider sind so viele Busse mit jeweils 40 Leuten unterwegs, dass zur Besinnlichkeit keine Moeglichkeit ist. Als Fotoapparat raus alle ablichten und zu Hause ansehen wo man ueberall war. Manche Ruinen waren so beschwerlich zu erreichen, dass ich Glueck hatte und meine Anstrengung mit der Einsamkeit der Steine und mir belohnt wurde.

Hoehenmaessig haben wir uns ganz gut akklimatisiert, so dass wir uns nun auf den Inka Trail trauen. Am Sonntag soll es losgehen. Bis dahin besichtigen wir noch ein paar Steine und erfreuen uns an dem schoenen Wetter.

Ostern ist angebrochen. Deshalb musste Marina mit mir zum dritten Mal in die Kathedrale. Es standen so viele Leute an um da reinzukommen - ca. 500 Meter - dass meine Ossimentalitaet durchkam und ich mich mit anstellen musste. Drinnen ging es dann darum, einem bisher nicht gezeigten Heiland am Kreuz die Fuesse zu kuessen und dafuer zu bezahlen. Verstehe einer die Leute!

So nun ausruhen. Haben im vornehmsten Restaurant vorzueglich zu Abend gespeist 110Sol und sind ausreichend Bettschwer. Busfahren ist eben anstrengend.

Die Bustouristen Marina und Helge


Deutschland Berlin 29.3.2002 um 06:56 Uhr

Betrifft: oberflächlich

Guten Morgen ihr Beiden,
da seht ihr mal, wie oberflächlich gelesen wird! Arian kennt natürlich viele Zusammenhänge nicht. Und Sascha hatte gestern erstmals eure Mail gelesen, er ist jetzt beim Bund fertig. Am 2. April beginnt sein Studium.

Wie gross ist eigentlich der Zeitunterschied? Acht oder Zehn Stunden müssten es sein, oder?

Bei uns ist es jetzt 6:50 Uhr und ich werde erstmal Frühstück für die Familie machen.


Peru Peru 29.3.2002 um 21:21 Uhr

Betrifft: Re: oberflächlich

Hallo Rolf
kurz die fehlenden Infos - Reisebericht folgt

6 Stunden Zeitunterschied bis Heute. Eine grosse und die kleine Karten sind schon voll. Leider erweist sich der Apparat als BATTERIE Fresser. Die Accus haben deutlich laenger gehalten. Zum Glueck kann man fuer Geld alles kaufen.

Es gab unterwegs sogar Speicherkarten mit 512MB fuer 370$

Helge


Peru Peru 30.3.2002 um 6:02 Uhr

Betrifft: Abreise

Hallo Flachlaender

Ueberraschend spontan wie immer haben wir beschlossen schon Heute auf die Wanderschaft zu gehen. Also erst mal Tschuess fuer die naechsten vier Tage.

Heute haben wir die groeste Felsenfestung aller Zeiten besichtigt. Steine so hoch wie ein Haus - nur schwerer passgenau aneinander gefuegt um die Heerscharen aller Laender abzuwehren. Leider oder zum Glueck haben die Inkas versagt trotz Uebermacht, Festung, Verstaerkung und Glauben waren doch die Geldgeilen Spanier die Staerkeren. Angriff war auch damals die bessere Verteidigung.

So hat eine Moerderbande der anderen eins auf den Deckel gegeben und wir besichtigen die Grundmauern der Einen und die Kirchenpalaeste der Anderen.

Grandios ist es schon, und wir wissen immer noch nicht wie die ollen Inkas all die grossen Klamotten aneinandergefuegt haben. Soll ja auch ein Geheimnis bleiben. Hinter der Festung war noch ein riesiger Uebungsplatz fuer die Steinmetze. Jeder hat sich da an einem Sessel probiert. Auch Stufen und Ecken gab es da an grosser Zahl.

So nach einer ausgiebigen Pisco Sour Happy Hour haben wir einen schweren Kopf und muessen ins Bett vom Machu Picchu traeumen.

Bella Tschau Helge und Marina

Wir vermissen seit Tagen Post von Nicole, Lars, Mama...


Deutschland Berlin 3.4.2002 um 10:13 Uhr

Betrifft: Bin wieder da, war aber gar nicht weg!

So, ihr beiden Weltenbummler,
habe eine kleine Auszeit genommen. Mein Computer leider auch! Die CPU hat sich grußlos (wohl auch in Richtung Peru!?) verabschiedet, wird wohl nicht mehr wieder kommen. Habe als Ersatz einen Athlon 1400C angeheuert.

Habe jetzt mal kurz den Rechner wieder zusammen geflickt, um auf dem Laufenden zu sein.

Über Ostern hatten wir hier das herrlichste Wetter, Sonne, Frühling & Stau auf den Straßen. Sind deshalb zu Hause geblieben und renovieren den Flur. Am Ostermontag haben wir unser Turnier veranstaltet, war ein voller Erfolg. Seit zwei Tagen sind nun auch schon die Maler mit meiner Terrasse beschäftigt und werden wohl heute fertig werden. Hoffentlich! Jedenfalls herrscht bei uns das pure Chaos!!!

Vom Energieverbrauch her hat die Casio (QV-4000) eigentlich am Besten abgeschnitten, aber vielleicht sieht es bei der 3500er ja auch ganz anders aus. Oder aber die haben euch nur einfach steinalte Batterien (aus der Inkazeit?) angedreht!?

Sascha hat heute schon seinen zweiten Vorlesungstag an der FU. Ich werde mir jetzt den Hauptanstrich im Flur vornehmen. Morgen wird dann der erste Lasuranstrich dran sein.

Euch wünsche ich viel Spass und erweitert euren Horizont.

Hey, Nicole, Lars & Mama, bitte melden ...


Peru Peru 4.4.2002 um 0:36 Uhr

Betrifft: Zurück aus der Inkazeit

Hallo, Ihr Tieflaender!

Wir sind wohl behalten aus der alten Inkastadt - Machu Picchu - zurueck gekommen.

Die Moskitos hatten uns sehr gern, aber das war gar nichts, denn dafuer haben wir die schoensten Aufnahmen und Aussichten erlebt. Der erste Tag war nicht schwer, denn wir sind nur 9 km weit gelaufen und hatten dann einen super Schlafplatz mit Regen. der aelteste in unserer Gruppe war 54 Jahre alt und hatte erst einmal eine gute Kondition. Die Porter hatten ganz schoen viel zutragen. Die Verpflegung war echt gut und meint, wir haetten abgenommen durch die Tour, der hat sich geirrt. Am 2. Tag war der 4200 m hohe Pass dran mit 15 km Laufweg bis zum naechsten Schlafplatz, der Pass war meine groesste Angst, aber ich habe mich selbst uebertroffen und alles gut gemeistert. Natuerlich fing es wieder zuregnen an, als wir ueber den Pass waren. Wir waren die 2. und 3. Aeltesten und immer vorne weg. Der 3. Tag, unsere Sachen waren alle Feucht, sind wir dann 17 km gelaufen und unser Bob, der 54 Jahre alte Englaender, hatte so seine Schwierigkeiten mit dem Abstieg. Unser Schlafplatz hatte diesmal Duschen, aber es fing wiedermal zuregnen an. In diesen 3 Tagen haben Helge und ich sehr viele alte Inkaruinen besichtigt, wo die Anderen schon gar keine Lust mehr hatten, diese zu besichtigen, denn es ging immer Bergauf und Bergab.

Anstrengend war der letzte Aufstieg zum goldenen Tor. Jeder wollte der Erste sein und unser Guide meinte, dass es jetzt nur noch geradeaus geht, was ein grosser Irrtum war. Wir haben an diesem letzten Tag das erstemal einen Sonnenaufgang erlebt, als ob die Sonne wusste, dass es zum Machu Picchu geht. Es war ein herrlicher Ausblick auf diese alte Inkastadt. Allerdings wusste ich, das Helge noch den 2600 m hohen - Huyna Picchu (der junge Berg) - erklimmen will und ich hatte keine Lust mehr den Berg zu besteigen. Gott sei Dank, war jemand in unser Gruppe, der noch genug Ausdauer hatte und mit Helge den Berg erklommen hat. Gestern Abend sind wir dann um ca. 22.00 Uhr hier in Cusco angekommen und wollten nur noch Duschen, denn wir haben fast so gerochen wie die Einheimischen. Heute haben wir uns Tickets fuer den Titicacasee gekauft. Leider geht es erst am Freitag los, da morgen keine Zuege mehr fahren und so muessen wir uns noch fuer morgen eine Tour auswaehlen. Wir hoffen, es geht allen so gut wie uns. Also, hasta manana und haltet die Ohren steif.

Buenos noches wuenschen Helge und Marina.


Deutschland Berlin 4.4.2002 um 04:44 Uhr

Betrifft: Gute Nacht

Da setze ich mich morgens um 3:15 Uhr so nichtsahnend an meinen Rechner und da trudelt doch tatsächlich Post aus Peru ein. Ich hatte die letzten Tage ja so wenig Zeit und habe daher gerade den Bericht vom Osterturnier auf meine Homepage gestellt. Jetzt geht's aber erst mal wieder ins Bett zurück! Gute Nacht ... zzzzzz ...


Peru Peru 5.4.2002 um 01:26 Uhr

Betrifft: Letzter Tag in Cusco

Hallo Sonnenkopierer

Gestern waren wir immer noch sehr geschafft von der Tour. Der Zug nach Puno geht erst morgen und so haben wir heute zur Abwechslung eine kleine Wanderung gemacht. Einer der sogenannten Geheimtips fuehrte uns zu sagenhaften Raetseln aus der Inkazeit. Vier ca. hundert Meter Durchmesser grosse Terrassen als Kreise angeordnet lassen die Wissenschaftler noch heute gruebeln. Der Weg dorthin war sehr beschwerlich und natuerlich ueberhaupt nicht ausgezeichnet. Die Reisebuecherschreiber waren mit Sicherheit auch noch nicht da und so war von dem vier Kilometer langen Bergaufweg keine Vorwarnung zu finden. Marina hat mal richtig geflucht und konnte sich ueberhaupt nicht an dem grandiosen Panorama erfreuen. Der Weg fuehrte immer entlang der hochalpinen Anden mit richtig Gletscher, Schnee und phantastischen Wolken.

Zurueck ging es dann auf der Jeepladeflaeche eines altersschwachen Nissan. Waren ja auch nur 15 Personen an Bord. Als Kroenung haben wir uns zum zweiten Mal die Kirche in Chinchero besichtigt. Da wir ausserhalb der Touristenstroeme kamen, waren wir ganz allein mit Gott und dem Waechter, der so froh ueber unser Interesse war, dass er uns alle Nebenraume zeigte - leider fotografieren verboten und auch zu dunkel so dass allein das Gedaechnissprotokoll bleibt.

Eine Kirche gebaut auf gut erhaltenen Inkamauern. Innen vollstaendig bemalt und eindrucksvoll gut erhalten. Jeder Deckenbalken schien von einem anderen Kuenstler gestaltet zu sein. Das in den Buechern angekuendigte Schlachtengemaelde war nicht zu entdecken, wahrscheinlich waren die Schreiberlinge auch hier nicht vor Ort und haben falsch voneinander abgeschrieben.

So nun noch fein essen gehen, wir haben ein paar neue Lokale in der Nachbarschaft entdeckt, und dann Rucksack packen (Marina) - ich muss die naechste Tour rauslesen.

Hoehenmaessige Gruesse
von Marina und Helge


Peru Peru 6.4.2002 um 03:38 Uhr

Betrifft: Eisenbahn fahren

Hallo Nicole

Bitte schreib uns - was ist preiswert? Da wir so gut wie nie Tabletten kaufen wissen wir nicht was guenstig ist. Probleme mit der Arbeit sollte man moeglichst immer sofort klaeren , sonst schleifen sich ganz schnell Sachen ein die einen dauerhaft nerven. Offen die Probleme positiv denkend auf den Tisch legen so wie "Also ich habe da eine Idee wie man es effektiver machen koennte - aber..."

Heute sind wir den ganzen Tag Zug gefahren, von Cusco nach Puno. Die Staatsbahn gib sich wirklich redlich Muehe ihren schlechten Ruf loszuwerden.

Bewachte Bahnhoefe halten die Diebe fern, Sauberkeit ueberall die Schaffner tragen weisse Handschuhe. Im Zug gab es ein richtiges Dreigaengemenue in der ersten Klasse im Preis inbegriffen in der zweiten Klasse fuer 10$. Weisse Tischdecken richtiges Besteck - kein Vergleich zur deutschen Mitropaverpflegung.

Die ganze Zeit haben wir entspannt geschlafen oder die wirklich schoene Gegend genossen. Alpacas, Schafe, Rinder ... ueberall bestellte Felder ein Paradies fuer die, die da nicht arbeiten muessen. Die Kulisse bestand aus 5000m hohen Bergen und herrlichen Wolken. Nichts zum fotografieren wer das sehen will muss selber hinfahren.

Ab Morgen sind wir fuer zwei Tage auf den Titicacasee unterwegs also erst mal Funkstille.

Bis dann Marina und Helge


Deutschland Berlin 6.4.2002 um 06:44 Uhr

Betrifft: Funkstille

Also wenn ihr euch eine Funkstille gönnt, nehme ich mir einfach eine Auszeit, so kann ich endlich mal den Dreck von der Renoviererei wegmachen!

Euer Putzlümmel


Deutschland Berlin 6.4.2002 um 06:59 Uhr

Betrifft: Tabletten

Ach, eh' ich es vergess'. Ich bin ja aus dem ersten Teil der Nachricht nicht so recht schlau geworden, da mir dazu der Background fehlt, aber da ich weiß, dass ihr nicht unter Tablettensucht leidet, wird es sich bei eurer Anfrage an Nicole wohl um Tabletten gegen Seekrankheit handeln. Wenn ich euch als alter Segler & Seebär da mal einen schmackhaften Rat geben darf!? Eine Flasche Sherry (pro Person versteht sich!) tut's auch und schmeckt obendrein viel besser!!! Ich bevorzuge dry! Rum wäre auch nicht schlecht, aber lasst um Himmels willen die Finger von Tabletten!

Euer Seebär


Peru Peru 8.4.2002 um 00:24 Uhr

Betrifft: Eisenbahn fahren

Hallo Rolf

Wie lange dauert das denn noch mit der Malerei? Wir geben uns hier die ganze Zeit Muehe uns zu erholen und hoeren von Dir nichts als Arbeit. Dabei koenntest Du auch mal was angenehmes schreiben, Kino, Baden, Sport, Liebe ...

Wir sind gesund von den Titicaca Inseln zurueck. Die Bootsfahrt dorthin hat fuenf Stunden gedauert und war echt erholsam. Der See ist einfach riesig. Fast glatt, blau wie auf einer Postkarte und leider zum Baden zu kalt. Immerhin ist er 3800 Meter hoch gelegen und 275 Meter tief. Die Menschen auf den Inseln leben noch wie vor langer Zeit. Kein Strom, kein fliessend Wasser, Plumsklo und kein Stress. Man hat dort unheimlich viel Zeit und Musse. Zum Beispiel zum Stricken. Auf einer Insel stricken ueberwiegend die Maenner. Alle dort tragen Pudelmuetzen. Sieht echt putzig aus wird aber tierisch ernst genommen.

Essen ist recht vielseitig, doch fast immer fleischlos. Ab und zu gibt es Fisch der frisch gefangen koestlich schmeckt.

Nun mal zu den Preisen.

Ein Menue im Restaurant kostet mit Suppe, Hauptgericht und Cocatee 8 Soles. 3 Soles sind ein Euro. Fuer die Uebernachtung in Puno haben wir 10 Soles bezahlt. Fuer die Reiseverpflegung nach Arequipa mit Broetchen, Kaese, Oliven, Paranuessen, Milch und viel Obst haben wir 12 Soles bezahlt. Der Bus fuer die 370 Kilometer kostet 41 Soles.
Nun beginnt also der Abstieg aus den Anden. Wenn wir Morgen in Arequipa sind haben wir von den 3800 Hoehenmetern 1200 eingebuesst. Bestimmt braucht da der Bus gar keinen Treibstoff.

Titicacanasse Gruesse

Marina und Helge


Deutschland Berlin 8.4.2002 um 16:10 Uhr

Betrifft: positive Nachrichten ...

Helge schreibt ...

>Hallo Rolf

>Wie lange dauert das denn noch mit der Malerei? Wir geben uns hier die ganze Zeit 
>Muehe uns zu erholen und hoeren von Dir nichts als Arbeit. Dabei koenntest Du auch
>mal was angenehmes schreiben, Kino, Baden, Sport, Liebe ...

Rolf schreibt ...

Ich seh' ja ein, dass euch die Nachrichten von meiner Renoviererei langsam auf den Keks gehen. Deshalb heute mal ein paar positive Nachrichten aus der guten alten Heimat: Die Ferien sind vorbei und ich darf wieder Arbeiten! Im Kino war ich mit meinen Jungs am Donnerstag auch, wir haben uns IceAge angesehen. Baden war dann am Samstag angesagt, wie immer mit meiner c't. Sport habe ich heute getrieben. Ich musste ins Landesschulamt und da kam einfach kein Fahrstuhl. Also, Treppen hoch, Papierkram erledigt, wieder runter und zwar alles sehr fix, da ich mir keinen Parkschein am Automaten gezogen hab'! Habe es aber noch locker vor den Politessen geschafft!!! Irgendwie liebe ich diesen Nervenkitzel.

Euer Malocher


Deutschland Berlin 8.4.2002 um 21:10 Uhr

Betrifft: Nachrichten aus Berlin

Hi Helge!

Deine Karte habe ich heute aus dem Briefkasten gezogen. Danke!

Ich werde mich heute noch auf die Terrasse stellen und den Mond mit dem Teleskop beobachten. Ich habe nämlich jetzt eins. Aber hier in Berlin ist das so eine Sache mit den Sternen beobachten. Da wo Du bist ist bestimmt nicht so viel Dreck in der Luft und man hat bestimmt einen sehr viel besseren Blick auf die Sterne.

Genieße Sie, so wie den Rest deines Urlaubes.

Schöne Grüße von Sascha & Nora!


Peru Peru 9.4.2002 um 00:56 Uhr

Betrifft: Arequipa

Hallo Rolf

Das freut uns aber, dass es Dir endlich wieder gut geht. Hoffentlich haelt der Zustand eine Weile an. Man Darf sich einfach nicht so gehen lassen und die ganze schoene Freizeit mit Arbeit ausfuellen.

Unser heutiger Tag war ausgefuellt mit einer Abschiedsbusfahrt aus den jetzt doch so gewoehnten Anden. Es ging noch einmal deutlich und lange ueber 4000 Meter und nun sind wir fast wieder Flachlaender. Nur noch 2300 Meter Hoehe.

Auf den ersten Blick ist Arequipa, die hochgelobte weisse Stadt, ein arges grosses Drecksnest. Wir sind scheinbar nur durch die traurige Vorstadt gefahren und die sieht genauso verkommen aus wie die der anderen peruanischen Staedte.

Wir haben gestern die australisch/irischen Amerikaner wiedergetroffen und heute im Buss die Hollaender aus Pachua. Scheinbar sind die sogenannten Individualisten doch nur ein Teil einer grossen Reisebuch gefuehrten Herde. Alle trotten den Empfehlungen und Geheimtipps nach - einfacher waehre es gemeinsam in einen Buss zu steigen und die Attraktionen abzuklappern. Aber man ist ja so innovativ und selbststaendig! Nun sitzen wir sogar im selben Hotel, welches sehr schoen ist und uns als Urlaubsabschluss ein wenig Erholung bieten soll. Mit Pool und 24 Stunden Service, deutschen Buechern und doppelt gesicherten Haupteingang. Eine der Tueren muss geschlossen sein, damit die zweite geoeffnet werden kann! Mit Wachmann und elektrisch gesicherter Rundummauer - kommt mir irgendwie vertraut vor, fuehle mich gleich richtig wohl und heimisch. Das Wetter ist noch nicht optimal, nur 20 Grad und keine Sonne, was aber unseren Sonnenbraenden ganz gut tut.

Die Speicher fuer die Kamera sind fast voll, so dass ich auf eine geringere Aufloesung schalten muss. Der naechste Urlaub ist nicht unter 4 GB zu machen.

Bis morgen, die erholungsgestressten
Marina und Helge


Deutschland Berlin 9.4.2002 um 06:45 Uhr

Betrifft: Guten Morgen Heuschnupfen

Guten Morgen ihr Beiden!

Ich hoffe, dass es Helges Magen inzwischen besser geht. Hat der Sherry geholfen, oder hast du etwa doch zu Tabletten gegriffen? Egal! Hauptsache dir geht's besser! Was macht Marinas Wohlbefinden? Alle Strapazen gut überstanden?

Bei Regina geht es jetzt erst mächtig los. Sie leidet wie jedes Frühjahr unter Heuschnupfen. Heute früh ist es schon so schlimm, dass sie nicht mehr aus den Augen kucken kann. Da werden ihre Kollegen wohl ohne sie auskommen müssen.

Das mit dem Speicher ist natürlich blöd und man will sich ja auch nicht von den Bildern trennen und einige Aufnahmen aussortieren. Ich werde vielleicht mal vor dem selben Problem stehen und keinen Platz mehr haben, also hol dir ruhig noch eine 256er, ich kauf sie dir ab!

Ich habe mir übrigens gestern einen Camcorder übers Internet bestellt: Sony DCR PC6. Er wird in den nächsten Tagen eintrudeln. Ich musste jetzt schon zuschlagen, da das Gerät langsam vom Markt verschwindet!

Euer Urlaub neigt sich ja nun auch so langsam dem Ende zu, geniest noch die letzten Tage (wie geplant am Meer?) und ich freue mich auf ein Wiedersehen!


Peru Peru 10.4.2002 um 02:54 Uhr

Betrifft: Arequipa 2.Tag

Hallialo Nicole und Rolf

Haben Heute den ganzen Tag nur gefaulenzt und Geld ausgegeben. Der erste Eindruck von Arequipa hat sich etwas korrigiert, nachdem wir den schoenen Plaza de Arms gesehen haben. Dort haben wir die Schweden aus dem Zug nach Puno wiedergetroffen - siehe Gestern. Die Kathedrale wird gerade umfassend in Stand gesetzt, sie hatte unter dem letzten Erdbeben sehr gelitten. Ansonsten ist von dem beruehmten Weiss Arequipas doch noch eine Menge zu sehen. Natuerlich waren wir wieder auf dem Markt. Es ist immer ein Erlebnis zwischen den Staenden zu wandeln und all die fremden Gerueche wahrzunehmen, all die fremden Fruechte und Lebensmittel zu bewundern. Marina ist immer ganz besonders von den Fleischtheken begeistert, hier kann man noch im Orginal sehen was dann Abends in der Suppe schwimmt. Ziegenkoepfe, halbe Kuhschaedel, Pansen und andere Leckereien. Wir gruebeln die ganze Zeit, was man mit all den Huehnerfuessen macht.

Hat jemand eine Idee, dann bringen wir ein paar Kilo mit, sind echt guenstig hier. Haben heute frisch gepressten Maracuja- und Papajasaft getrunken - besser als jede Multivitamintablette.

Die Bewachung der Hotels scheint echt notwendig zu sein. Es gibt eine extra Touristenpolizei die den Touris erklaert welche Gegenden fuer sie nicht geeignet sind. Die Diebstaehle und Ueberfaelle sind gerade in den aermeren Gegenden ein ernstes Problem. Angefangen von Taschendieben bis zu bewaffneten Raubueberfaellen haben wir von allem gehoert und erlebt. Es ist immer angesagt sich regelmaessig umzusehen und seine Umgebung aufmerksam im Auge zu behalten.

Bis morgen Marina und Helge


Deutschland Berlin 10.4.2002 um 17:05 Uhr

Betrifft: Hühnerbeine

Liebe Marina, lieber Helge!

Also, das mit den Hühnerbeinen ist ganz einfach. Wir (Sascha, Arian & Rolf) hatten da sofort jede Menge Ideen:

Arian meint sofort "Suppe kochen!".

Sascha fällt auch sofort Werners Helm ein und wir könnten die Treter sicherlich als Zubehör für Motorradhelme vermarkten.

Für Voodoo-Jünger eignen sich die kleinen Treter natürlich auch. Dazu serviere ich meine "vodoo medicine"!

Was, die kennt ihr noch nicht? Führe ich auf all meinen Reisen mit.

Mit einer Verlängerung kann man sich auch ganz prima am Rücken kratzen!

Fehlen eigentlich nur noch die Hühnertreter ...


Peru Peru 12.4.2002 um 00:52 Uhr

Betrifft: Thermalbad

Hallo Kaestis

Danke fuer die Voodoo Tipps, der mit dem Rueckenkratzen hat mir aber am besten gefallen, wahrscheinlich weil der Sonnenbrand so elendig juckt. Nun ist eigentlich nicht mehr viel los, wir sind Urlaubsmuede und wollen endlich wieder so richtig anpacken und die Wirtschaft in Schwung bringen. Irgendwie merkt man doch an allen Ecken und Enden dass wir nicht da sind - oder? Hier haben wir jedenfalls genug Geld unter die Leute gebracht, man merkt richtig, wie die Wirtschaft brummt.

Gestern waren wir in Yura einem Thermal- und Heilbad fuer Einheimische. Hat uns aber nicht geschadet. Das Wasser roch etwas streng und hatte sehr viel Kohlensaeure, was auf der Haut sehr lustig aussieht. Leider ist das Wetter weiter ohne Sonne, so dass das anschliessende Sonnenbad ausfiel. Statt dessen sind wir in Nebelwolken rumspaziert. Heute haben wir zwei Stunden vom Balkon des Plaza de Arms den gluecklichen Steinmetzen der Kathedrale zusehen duerfen.

Wir, mit unserem bescheidenen Fruehstueck aus Annanas und Orangensaft, Eiern, Steaks, zwei grossen mit echtem Kaffee gefuellten Kannen, Milch und Broetchen und da unten die gluecklichen voll Tatendrank agierenden kreativen Bauarbeiter - wie haben wir die beneidet. Die Steine werden in echter Handarbeit neu geformt und dann in der Kathedrale verbaut. Ein echt historisches Schauspiel.

Danach haben wir diverse Kirchen und das Kloster der Dominiokanerinnen besucht. Eine richtige Stadt in der Stadt. Jede Nonne hatte ein eigenes Haus mit Dienerinnen. Da ist einem das klosterliche Leben bestimmt nicht so schwer gefallen. Wir haben wunderschoene Bilder gemacht.

So das war zwar nicht viel, aber dafuer hoffentlich inhaltsschwer.

kloesterliche Gruesse von Marina und Helge


Deutschland Berlin 12.4.2002 um 10:00 Uhr

Betrifft: ankomme Freitag den 13ten?

Hallo ihr beiden Urlauber,
diesmal eine Nachricht aus ungewohnter Ecke. Man verdrängt den Gedanken ja gerne, aber irgendwann müsst ihr ja auch mal wieder nach Hause. Wann und wo kommt ihr hier in Berlin an und soll ich euch vom Flughafen abholen?

Wolltet ihr die letzte Woche nicht am Meer verbringen?


Peru Peru 13.4.2002 um 02:30 Uhr

Betrifft: Urlaubsmuede

Hallo Ihr Beiden

Nun geht der lange Emailurlaub in Peru seinem Ende entgegen. Leider haben wir uns hier in Ariquipa in der Hoffnung festgesetzt, mit dem Swimmingpool und den garantierten 360 Sonnentagen einen angehnehmen Schlussakkord zu setzen, leider haben wir die 5 Nichtsonnentagen des Jahres abgepasst und muessen uns mit Tischtennis und langen Spaziergaengen warm halten. Wenigstens ein handgearbeiteter Anzug mit Weste fuer 700 Sol ist dabei herausgekommen. Frage mich blos, wie ich das dem Zoll erklaeren soll. Wir haben schon eine extra Tasche fuer die zusaetzlichen Sachen gekauft. Heute waren wir zur Abwechslung in einem Kloster fuer Maenner. Wesendlich unordendlicher als das der Frauen. Das Weisenhaus dazwischen haben wir nicht entdeckt. Dafuer hat man gesehen, dass die Moenche sich wesendlich sinnvoller beschaeftigt haben als die Damen. Da wurde das Amazonasgebiet besucht, Tiere, Andenken gesammelt viele Fotos geschossen und eine interessante Bibliothek angelegt. Auch durften die Herren das Gebaude verlassen und in der Stadt nach dem Rechten sehen.

Die Hollaender waren Gestern und Vorgestern im beruehmten Colca Canyon - Condore fotografieren. Haben aber nur Wolken und kaum die Hand vor Augen gesehen. Die Fahrt war wohl sehr anstrengend, hat 20$ gekostet und hat nichts gebracht. Angeblich gibt es das Geld zurueck, wenn man keinen Condor sieht, ob das geklappt hat koennen wir nicht ergruenden, da die Beiden Heute abgefahren sind.

Die Markthalle haben wir auch noch mal heimgesucht und ausgiebig abfotografiert.

Wir kommen am Montag im Laufe des Abends nach Hause und werden auf Grund der fehlenden 7 Stunden ganz schoen geschafft sein. Auch wissen wir nicht, wie lange die Abfertigung, der Zoll, die Verspaetung usw dauern. Haben deshalb schon fuer das Taxigeld vorgesorgt. Wir hoffen den Jetleck bis zum Wochenende uberwunden zu habe, muessen aber am Dienstag Frueh auf der Arbeit erscheinen.

Also bitte nicht abholen, wir melden uns so frueh wie moeglich.

Bis bald, die urlaubsmueden Marina und Helge


Deutschland Berlin 13.4.2002 um 07:30 Uhr

Betrifft: Abgesang

So, das wird nun aber sicherlich auch meine letzte E-Mail sein, wir sprechen uns dann sicherlich im Laufe der Woche. Sehen werden wir uns sicher auch unter der Woche, da ich am nächsten Wochenende (19., 20, 21. April) in Reitze bei Noras Eltern bin. Da hole ich mir zwischendurch mal eine Speicherkarte ab, damit ich da fotografieren kann.

Solltet ihr es euch mit dem Abholen noch mal anders überlegen, lasst es mich wissen!


Peru PISCO SOUR, der peruanische Nationaldrink

Rezept: Ein frisches Eiweiß, 6cl (60 ml) Limettensirup und 6cl Grand Pisco zusammen in den Elektromixer geben. Ungefähr eine Tasse crushed ice (entspricht etwa 6 normalen Eiswürfeln, die man auch im Ganzen in den Mixer geben kann, der schafft das schon) hinzufügen und auf höchster Stufe ca. 90 Sekunden mixen. Der Drink sollte eine cremige Konsistenz bekommen. Den Glasrand zuckern, Pisco Sour einschenken, je nach Geschmack ein paar Tropfen Angostura Bitter und mit einer Limettenscheibe garnieren. Vor dem Trinken mit dem Strohhalm etwas umrühren.

Prost!

Statt Limettensirup kann man auch frisch gepresste Limetten und Rohrzuckersirup verwenden. Schlimmstenfalls genügt als Limettenersatz auch Zitronensaft.

Pisco ist in vielen Ländern Südamerikas der "Nationalschnaps". Die Herstellungsweise ist jedoch nicht eindeutig geregelt. So kann Pisco sowohl ein Weinbrand, als auch ein Tresterbrand sein.

Der Weinbrand aus der Muskatellertraube ist natürlich höherwertiger als der Tresterbrand aus den Traubenresten. Bedeutende Produktionsländer sind Chile, Peru und Bolivien. Auch in Italien wird in Lizenz Pisco Huaco hergestellt. Dieser hat zwar eine schöne Flasche, ist aber minderwertig.

Pisco wird in drei Qualitätsstufen in den Handel gebracht. Als Pisco Especial mit 35 Vol.%, als Pisco Reservado mit 40 Vol.% und als Grand Pisco mit 43 oder mehr Vol.% Alkohol. In Berlin haben wir natürlich kein Problem Grand Pisco zu bekommen, aufs Dorf liefern aber gegen gutes Geld diverse Internethändler. 


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