Das Gaestehaus der Schule
Mein Alltag ist eigentlich sehr uebersichtlich! Aufstehen um 6.30 Uhr! Nach einer Tasse Tee geht’s zum morgendlichen Antreten auf den Schulsportplatz ('ne
abgelederte Wiese mit zwei einsamen eisernen Toren drauf). Allerdings treten da nur die Schueler an, ich schau zu!
Dann ist Unterrichtsbeginn um 8.00 Uhr. Abhaengig von
meinen Schuelern, bin ich dann bis ca. 16.00 Uhr beschaeftigt, nur unterbrochen von einer Essenspause um 14.00
Uhr. Allerdings haben wir auch Tage, wo wir mit den Schuelern bis um
18.00 Uhr im Labor stehen, um sie auf ihre Examen vorzubereiten.
Nach der Schule geht es dann nach Hause. Die verbleibende Zeit verbringen wir fast immer mit
Unterrichtsvorbereitungen fuer den naechsten oder uebernaechsten Tag. Da es hier bereits um 18.30
Uhr dunkel ist (dunkel heißt, man sieht die Hand vor Augen
nicht) halte ich auch immer nur bis um ca. 23.00 Uhr durch. Wenn dann mal mehr Arbeit anfaellt, steht man am naechsten Morgen frueher auf, um weiter zu arbeiten.

Gaestehaus der Vunjo Secondary School
Die Temperaturen fallen Nachts teilweise auf unter 15°C da wir hier auf der Bergflanke
des Kilimanjaro im Hochland in über 1000m Hoehe sitzen. Im allgemeinen ist das Wetter sehr wechselhaft.
Das heisst sehr viele Wolken und
Temperaturen bis unter 20°C am Tag. Wenn allerdings die Sonne scheint, klettern die Temperaturen
auch schnell auf
über 30°C.

Rueckansicht des Gaestehauses (rechts)
Auf dem ganzen Schulgelaende stehen gewaltige Baeume und zahlreiche Nutzpflanzen, wie z.B. vier verschiedene Bananenarten, Papaya, Kaffee und Mais. Also wenn
ich was davon haben will, gehe ich mir was pfluecken!

Wohnzimmer und Arbeitsplatz im Gaestehaus
Was hier ein ziemlich großes Problem ist, ist die ständige Überwachung der Schüler
durch die Lehrer und die ständigen Sanktionen!
Schüler müssen immer
aufpassen, dass sie keinen Ärger bekommen, da es z.B. für Schüler verboten ist, zum Haus eines Lehrers zu
gehen. Das geht dann mit der Bestrafung ganz fix und ständig
werden Schüler für Lappalien von der Schule verwiesen! Vor drei Wochen wurde ein Schueler
von der Schule geworfen, weil er sich außerhalb des Schulgeländes
aufhielt,
um sich Gebäck zu kaufen! Man sollte dabei nicht vergessen, dass es sich hierbei
auch um Existenzängste handelt.
Heute habe ich einen Schueler wieder zu mir eingeladen und auch für Essen gesorgt. Prompt gab es
Aerger, weil er
danach zu spaet zur
Religionsstunde erschienen
ist und ihm wurde nur ein Aufenthalt von 5 min bei mir genehmigt! Wie soll ich denn
mit Schuelern so arbeiten? Also bin ich zum Aufsicht fuehrenden Lehrer geduest
und habe mich vor ihm aufblasen (Ging auch ganz gut, da dieser Lehrer gut zwei Koepfe kleiner ist und ca. 40kg wiegt!
Ich bringe gut das Doppelte auf die Waage. Kommt vom guten Essen!) um den Schueler vor weiteren Problemen zu bewahren.

Wohnzimmer des Gaestehauses
Wenn wir schon von Problemen sprechen, will ich noch eines drauf setzen! Was erzählt der Herr Czieslik, Handys sind ein probates Kommunikationsmittel? Vielleicht haette er auch dazu sagen sollen,
dass man Studienrat im Dienst
sein muss, um sich den Spass zu leisten! Haette mir E-Plus nicht den Hahn abgedreht, hätte ich gleich hier bleiben können um Bananenbauer zu werden.
Ich habe eine Handyrechnung von 220€ bekommen, weil die ArscXXXXX 5€ pro Minute berechnen! Daher Achtung an alle, die mit
ihrem Handy hierher kommen wollen!

Wohnzimmer des Gaestehauses
Text folgt ... |