Wegweiser zur Vunjo Secondary School

Unterrichtspraktikum
der FU-Berlin
an der 
Vunjo Secondary School
Makarere/Vunjo in Tanzania

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Das Leben an der Internatsschule

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Das Gaestehaus der Schule

Mein Alltag ist eigentlich sehr uebersichtlich! Aufstehen um 6.30 Uhr! Nach einer Tasse Tee geht’s zum morgendlichen Antreten auf den Schulsportplatz ('ne abgelederte Wiese mit zwei einsamen eisernen Toren drauf). Allerdings treten da nur die Schueler an, ich schau zu!

Dann ist Unterrichtsbeginn um 8.00 Uhr. Abhaengig von meinen Schuelern, bin ich dann bis ca. 16.00 Uhr beschaeftigt, nur unterbrochen von einer Essenspause um 14.00 Uhr. Allerdings haben wir auch Tage, wo wir mit den Schuelern bis um 18.00 Uhr im Labor stehen, um sie auf ihre Examen vorzubereiten.

Nach der Schule geht es dann nach Hause. Die verbleibende Zeit verbringen wir fast immer mit Unterrichtsvorbereitungen fuer den naechsten oder uebernaechsten Tag. Da es hier bereits um 18.30 Uhr dunkel ist (dunkel heißt, man sieht die Hand vor Augen nicht) halte ich auch immer nur bis um ca. 23.00 Uhr durch. Wenn dann mal mehr Arbeit anfaellt, steht man am naechsten Morgen frueher auf, um weiter zu arbeiten.

Gästehaus der Vunjo Secondary School
Gaestehaus der Vunjo Secondary School

Die Temperaturen fallen Nachts teilweise auf unter 15°C da wir hier auf der Bergflanke des Kilimanjaro im Hochland in über 1000m Hoehe sitzen. Im allgemeinen ist das Wetter sehr wechselhaft. Das heisst sehr viele Wolken und Temperaturen bis unter 20°C am Tag. Wenn allerdings die Sonne scheint, klettern die Temperaturen auch schnell auf über 30°C. 

Rückansicht des Gästehauses (rechts)
Rueckansicht des Gaestehauses (rechts)

Auf dem ganzen Schulgelaende stehen gewaltige Baeume und zahlreiche Nutzpflanzen, wie z.B. vier verschiedene Bananenarten, Papaya, Kaffee und Mais. Also wenn ich was davon haben will, gehe ich mir was pfluecken!

Wohnzimmer und Arbeitsplatz
Wohnzimmer und Arbeitsplatz im Gaestehaus

Was hier ein ziemlich großes Problem ist, ist die ständige Überwachung der Schüler durch die Lehrer und die ständigen Sanktionen! Schüler müssen immer aufpassen, dass sie keinen Ärger bekommen, da es z.B. für Schüler verboten ist, zum Haus eines Lehrers zu gehen. Das geht dann mit der Bestrafung ganz fix und ständig werden Schüler für Lappalien von der Schule verwiesen! Vor drei Wochen wurde ein Schueler von der Schule geworfen, weil er sich außerhalb des Schulgeländes aufhielt, um sich Gebäck zu kaufen! Man sollte dabei nicht vergessen, dass es sich hierbei auch um Existenzängste handelt. 

Heute habe ich einen Schueler wieder zu mir eingeladen und auch für Essen gesorgt. Prompt gab es Aerger, weil er danach zu spaet zur Religionsstunde erschienen ist und ihm wurde nur ein Aufenthalt von 5 min bei mir genehmigt! Wie soll ich denn mit Schuelern so arbeiten? Also bin ich zum Aufsicht fuehrenden Lehrer geduest und habe mich vor ihm aufblasen (Ging auch ganz gut, da dieser Lehrer gut zwei Koepfe kleiner ist und ca. 40kg wiegt! Ich bringe gut das Doppelte auf die Waage. Kommt vom guten Essen!) um den Schueler vor weiteren Problemen zu bewahren. 

Wohnzimmer des Gästehauses
Wohnzimmer des Gaestehauses

Wenn wir schon von Problemen sprechen, will ich noch eines drauf setzen! Was erzählt der Herr Czieslik, Handys sind ein probates Kommunikationsmittel? Vielleicht haette er auch dazu sagen sollen, dass man Studienrat im Dienst sein muss, um sich den Spass zu leisten! Haette mir E-Plus nicht den Hahn abgedreht, hätte ich gleich hier bleiben können um Bananenbauer zu werden. Ich habe eine Handyrechnung von 220€ bekommen, weil die ArscXXXXX 5€ pro Minute berechnen! Daher Achtung an alle, die mit ihrem Handy hierher kommen wollen! 

Wohnzimmer des Gästehauses
Wohnzimmer des Gaestehauses 

Text folgt ...

Toilette im Gästehaus
Toilette, "Badewanne" und Handwaschbecken im Gaestehaus

Schlafraum im Gästehaus
Schlafraum im Gaestehaus

Küche im Gästehaus
Kueche mit Elektro- und Petroleumkocher im Gaestehaus

Genau wie alle Schueler wohnen wir auf dem Schulgelaende in einem Haus (Gaestehaus siehe Bilder oben) neben dem Schulleiter. Unser Haus besteht aus einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, Kueche und Bad. Es gibt kein warmes Wasser und gekocht wird über einem Kohlegrill oder einem Petroleumbrenner.

So was wie eine Heizung ist natuerlich auch nicht vorhanden. 

Rezept zur Herstellung eines Chapatis:

Also: Erwaerme Wasser (ca. 200ml) mit einer Prise Salz. Gebe zum leicht erwaermten Wasser Öl (ca. 50ml) hinzu. 
Gebe zu diesem Mehl hinzu, soviel dass man einen nicht zu klebrigen Teig erhaelt. Dieser Teig wird geknetet und zu einer kreisrunden Form ausgerollt, immer wieder mal Mehl hinzugeben. 
Auf diese Form Oel streichen und dann die Pizzaform in Streifen schneiden. 
Diese Streifen einrollen und zwar so, dass zur Mitte hin der Teig mit dem Oel ist
Diese aussehenden „Schnecken“ wieder zu einer kreisrunden Form ausrollen und mit etwas Oel in eine Pfanne geben.
Jede "Schnecke" ergibt ein Chapati.
Wenn die eine Seite des Chapatis fertig ist, die andere Seite mit etwas Oel bestreichen und in der Pfanne drehen. Fertig ist das Chapati.

Ihr seht also, dass man keine Eier benötigt. Durch das viele Oel wird das Chapati Blaetterteig aehnlich und saettigt natuerlich dadurch.

Dieses Chapati koennt ihr dann z.B. mit Marmelade bestreichen oder mit Saschas leckerer Avocado-Creme.

Rezept für die Avocado-Creme: Zwiebeln zerschneiden, zerdruecktes Avocadofleisch hinzugeben, nur noch Salz und Pfeffer hinzugeben und fertig ist der leckere Brotaufstrich.

  

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