Skandinavien/Lappland 1997

Rundreise am Polarkreis durch Lappland
Norwegen, Schweden, Finnland &
Kanutouren auf dem Storavan und Uddjaure

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VW-Bully unterwegs auf Lapplands Straßen
VW-Bully unterwegs auf Lapplands Straßen

Unser Weg führt uns von Malmö über Växjö, den Innaren, einem See im schwedischen Glasland (GPS 113), über Oskarshamn, Västervik, Stockholm (GPS 117) und den Dalälven (GPS 119) nach Vallvik (GPS 120). 

Lager am Bjursjön
Lager am kleinen Bjursjön

Eine abgeschiedene, reizvolle Raststelle (GPS 123) mit Bänken, Tisch und Feuerstelle finden wir am kleinen Bjursjön. Hier verbringen wir 2 Tage mit relaxen und Spaziergängen in dieser abgeschiedenen Gegend.

ist etwa schon wieder Badetag ?
Am Strömudden - "Ist heut' etwa schon wieder Badetag ?"

Auf der Weiterfahrt nehmen wir am Malmesjaure unser zweites Frühstück ein und in Moskosel gibt es für Bully sogar eine Tankstelle. 

Weiter nach Norden queren wir den Piteälv und sind von diesem Fluss so angetan, dass wir spontan beschließen, ihn ein Stück seines Weges bis zum Storforsen (Großer Wasserfall) zu begleiten. Den Storforsen will Arian unbedingt schon heute besichtigen. Der Versuch von der Südseite her an den Fluss zu gelangen schlägt allerdings fehl. Auf einem einsamen Waldweg gebe ich nach dem x-ten Bodenkontakt auf und fahre zurück über Vidsel auf die andere Flussseite zum Nationalpark Storforsen. In Vidsel will ich noch kurz meine Frau in Berlin anrufen, finde in dem Ort aber keine Telefonzelle.

Lager am Piteälv
Lager am Piteälv

Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen und es regnet. Somit sind wir beide die einzigen Besucher im Park. Während unseres Spazierganges hört es auf zu regnen und beginnt zu schütten. Arian beschwert sich, dass seine Regenjacke undicht ist. Das Wasser läuft ihm in den Kragen hinein und durchfeuchtet den kleinen Kerl. Wir beide werden einigermaßen nass. Zurück im Bus stelle ich erst einmal die Heizung an. Zurück geht es wieder über Vidsel zum Lagerplatz am Piteälv, wo wir bei herrlichem Wetter die nächsten Tage verbringen. 

Storforsen
Storforsen

Sehenswert ist der Storforsen (GPS 131) des Piteälv und der hier gelegene Naturpark direkt am Wasserfall. Ein einmaliges Erlebnis, hier unmittelbar am Storforsen zu stehen, wenn sich die Wassermassen des Piteälv in mehreren Stufen über 80 Meter in die Tiefe stürzen! Auf der Weiterfahrt vom Lager am Piteälv statten wir dem Storforsen-Nationalpark dann nochmals - diesmal aber bei schönem Wetter - einen Besuch ab. 

Fotoshooting am Polarkreis
Foto-Shooting am Polarkreis (N 66°33.064’ / E 019°45.850’)

Über den Polarkreis (GPS 133) fahren wir schließlich nach Jokkmokk. Hier wird jeden Winter ein Hotel aus Eis aufgebaut, in dem man auch übernachten kann. Aber auch im schwedischen Sommer vermittelt dieser Ort einen Einblick in die Kultur der Lappen.

Arian im Lappenlager am Jukkasjärvi
Arian im Lappenlager am Jukkasjärvi

Weitere Stationen auf dem Weg durch Lappland sind: Kvikkjokk (sehr schöner Lagerplatz - GPS 136), Gällivare und der Motorrad-Club in Malmberge wo wir Mats Geburtstag bei buntem schwedischen Kuchen feiern (GPS 138). Hierher hat  es eine ehemalige Kollegin von mir verschlagen und gerade heute feiert ihr Lebensgefährte seinen 40. Geburtstag. 

Das erste, was Arian in Gällivare entdeckt, ist ein Rummelplatz. Hier halten wir an und ich hole ihm ein Heft mit 5 Fahrten. Eine Fahrt auf einem Kinderkarussell kostet normalerweise 20 Skr, das sind immerhin über 4 DM. Ganz schön happig. Für das Fahrkartenheftchen mit 5 Fahrten zahle ich 80 Skr.

Nach drei Fahrten legen wir eine Pause ein und suchen meine Kollegin Brigitte auf. Wir treffen aber nur ihren Lebensgefährten Mats an. Gegen 14 Uhr soll sie zurück kommen, also vertreiben wir uns die Zeit noch ein wenig auf dem Rummelplatz.

Arian im Lappenzelt in Jukkasjärvi
Arian im Lappenzelt

Arian möchte unbedingt einen kleinen schwarz-weißen Delphin haben. Den gibt es nicht zu kaufen, sondern man muss nur an der richtigen Strippe ziehen. Gegen den lächerlichen Obolus von umgerechnet 5 DM versteht sich! Arian zieht also und kriegt einen kleinen bunten Papagei über den Tresen gereicht. Leider ist es aber ein Papagei und mag der noch so niedlich und bunt sein, es ist und bleibt ein Papagei. Ich soll gefälligst mit dem Mädchen in der Strippenbude verhandeln, aber ich glaube das macht Arian besser. So bekommt er schließlich den Papagei in einen Delphin getauscht.

Danach fährt er noch zweimal Achterbahn (für Kinder!) und dann treffen wir um 13.45 Uhr zu Hause Brigitte an. Sie freut sich riesig und wir erfahren ganz nebenbei, dass Mats heute seinen 40. Geburtstag feiert. Darauf war ich nun wirklich nicht vorbereitet und so muss eine Ungarische Salami aus meinen Vorräten als Geschenk herhalten. Danach fahren wir in den Motorrad-Club-Malmberge (GPS 138) etwa 5 Kilometer außerhalb von Gällivare, wo wir Mat‘s 40ten Geburtstag mit viel schwedischen Kuchen feiern. Arian erzählt im Club die unglaublichsten Geschichten unserer Expeditionstour vor einem interessierten Publikum. Zwischendurch hat es draußen geregnet und alle Mücken der Umgebung kommen herein und feiern mit.

Gegen 18 Uhr verabschieden wir uns voneinander und brechen auf.

Kirche
Kirche in Jukkasjärvi am Torneälv

Unser Weg führt uns weiter über Jukkasjärvi mit dem Lappenlager und der Kirche am Torneälv (GPS 141), dem glasklaren Torneträsk und dem Abisko-Nationalpark, wo der Kungsleden beginnt, auf dem man entlang der norwegischen Grenze nach Süden wandern kann, nach Norwegen.  

Lager bei Sandvik auf Hinnøya mit Blick über die Vesterålen
Lager bei Sandvik auf Hinnøya mit Blick über die Vesterålen

Bei Lapplandia verlassen wir Schweden und fahren nach Norwegen in Richtung Vesterålen (Inselgruppe nördlich der Lofoten) nördlich von Narvik.

Arian beim Abwasch am Fluss
Arian beim Abwasch am Fluss

Eine Woche später geht es wieder zurück über den Torneträsk nach Kiruna, wo ich meine Frau und meinen Grossen am Bahnhof in Empfang nehme, die mit der Bahn aus Deutschland nachgereist sind. Kurz hinter Vittangi lassen wir uns am Torneälv (GPS 150) auf dem Campingplatz nieder. Über Karesuando an der Grenze zu Finnland und Muonio geht es schließlich nach Inari am Inarisee (Enare). Dieser See erstreckt sich bis zur Russischen Grenze und ist von unzähligen Inseln (über 80) übersät. Wer hier sein Zelt auf einer der Inseln stehen lässt und einen kleinen Tagesausflug unternimmt, ist gut beraten den Standplatz mittels GPS zu markieren. Sonst kann es einem leicht passieren, dass man sein Lager nicht mehr wiederfindet. Leider ist die Mückenplage hier unerträglich, selbst auf dem Wasser fallen sie über einen her. Statt mit dem Boot schauen wir uns daher den Inarisee von oben an. Dazu chartern wir ein Wasserflugzeug in Inari für einen Rundflug über den See. 

Mit dem Wasserflugzeug über dem Inarisee
Rundflug über den Inarisee (Finnland)

Von hier geht es in Richtung Schweden über Ivalo und Sodankylä am Kitinen weiter. Unser nächstes Lager am Kemijärvi See (GPS 154),  ist so schön, dass meine Frau Bedenken hat, ob wir hier überhaupt mit dem Zelt stehen dürfen.

Kennen sie eigentlich den Unterschied zwischen einer finnischen Hochzeit und einer finnischen Beerdigung? Auf einer einer finnischen Beerdigung gibt es einen Volltrunkenen weniger! 

Lager am Kemijärvi-See
Lager am Kemijärvi-See

Weiter führt uns unsere Skandinavienreise nach Säjvisviken (GPS 155) an der Ostsee. Hier bleiben wir bei herrlichstem, mückenfreien Wetter ein paar Tage an der Ostsee stehen. 

Lager in Säjvisviken an der Ostsee
Lager "Lustig" in Säjvisviken an der Ostsee

Danach fahren wir nach Kalix und den Kamlungeforsen am Kalixälv. Laut Kanuführer hat er Wildwasser Stufe IV. Recht beeindruckend ist es schon, wenn sich solche Wassermassen ihren Weg suchen. 

Lager am Kemijärvi-See
Sascha am Kamlungeforsen (WW IV)

Kurz vor Arvidsjour finden wir für eine Nacht einen Platz am Arvidsjourjön (GPS 157) mit schönem Sandstrand.

Südsee-Idyll am Polarkreis - der Storavan
Südsee-Idyll am Polarkreis - der Storavan

Als Einsatzstelle zum Erkunden der drei großen Seen Lapplands haben wir uns für Bergnäsudden am Storavan entschieden. Von der Straße Arvidsjaur nach Arjeplog biegen wir auf die Straße Nr. 88 ab. Schließlich erreichen wir über die typisch lappländische Straße 619 (s. Foto am Anfang dieser Seite) Bergnäsudden (GPS Car1). Der Ort liegt recht verträumt mitten im schwedischen Sommer. Eine günstige Stelle ist auch schnell gefunden und wir beladen die Boote. Nach einem Gespräch mit einer Anwohnerin ist auch klar, dass wir unseren VW-Bully hier am Steg stehen lassen dürfen. Wir wollen heute gar nicht weit paddeln, sondern gleich auf einer der nächsten Inseln anlanden. 

Nach der Tour über den Storavan überführe ich unseren PKW nach Mellanström. Dort erwartet uns eine faustdicke Überraschung. Bei der Ankunft bemerkt meine Frau wie am Motor des Busses Dampf aufsteigt. Wie ich nachschaue, sehe ich, dass Kühlwasser aus einem schadhaften Kühlrohr austritt und auf das heiße Auspuffrohr läuft. Schöne Bescherung! Nach einem Hinweis der Schweden suchen wir den Campingplatz in Mellanström auf. 

Der Campingplatz liegt etwa 3 Kilometer hinter Mellanström am Wasser und ist recht leer (GPS 161). Der Platz ist einfach in der Ausstattung, hat dafür aber reichlich Mücken, einen feinkörnigen Sandstrand und sehr schöne Rasenflächen. Hier erfahren wir von einem Deutschen aus Hamburg, der sich im Ort niedergelassen hat und der uns helfen kann. 

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum Haus des "Hamburgers", der, wie sich herausstellt, gar kein Hamburger ist, sondern aus dem schwäbischen Raum kommt und Frank Stiefel heißt. So stiftet meine Begrüßungsansprache: "Hummel, Hummel, mors, mors!" auch nur Verwirrung. Nachdem er sich vom ersten Schrecken erholt hat, schildern wir unser Problem und er begleitet uns zum Campingplatz, um sich den Schaden anzusehen. Er notiert sich die Teilenummer und verspricht, das Rohr am Montag früh bei VAG zu bestellen. 

Wie wir am Montagnachmittag gerade beim Essen zubereiten sind, trifft Frank mit dem Ersatzteil ein und baut es sofort ein. Es klappt alles und so ist unser Bus nach einer Stunde wieder fahrbereit. 699 Skr hat das Teil mit Dichtung und Fracht gekostet. Nachdem ich das Kühlwasser aufgefüllt habe, ist unser Bully wieder fahrbereit. Nicht nur, dass der Teileservice von VAG so irre schnell ist - morgens telefonisch bestellt und am selben Tag nachmittags geliefert - sondern auch die überaus große Hilfsbereitschaft von Frank Stiefel haben diesen Schaden zum Malheur degradiert. Bei dieser Gelegenheit nochmals vielen Dank, Frank! Was Frank übrigens mit seinem Unternehmen "NAPUTO" hier in Lappland so alles treibt, erfahrt ihr auf seiner Internet-Website unter www.natur-pur-tour.com. 

Mitternachtssonne über dem Uddjaure
Mitternachtssonne über dem Uddjaure

Von hier aus erreichen wir nach etwa 2 Stunden paddeln den Uddjaure

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1997 war auf Grund des langen Winters ein Jahr der Mückenplage in Schweden. Trotzdem sind die Inseln der drei großen Seen Storavan, Uddjaure und Hornavan mückenfrei! Aber nicht nur deshalb haben sie uns so sehr gefallen. Hier findet man noch absolute Einsamkeit, wie es sonst nur noch in Kanada möglich ist. Auch der Inarisee in Finnland ist in diesem Jahr eine einzige Mückenplage gewesen. Wem also Südschweden schon zu überlaufen ist, sollte die lange Anfahrt nicht scheuen, er wird hundertfach dafür entlohnt! Zumal 1.000 Kilometer auf schwedischen Strassen weniger Stress bereiten, wie 10 Kilometer während der Rush Hour in Berlin!

Die Hinweise im Text, wie z.B. (GPS 150), verweisen auf den Standort (Koordinaten stehen in der GPS-Koordinatentabelle).

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